Montag, 9. Dezember 2019

NaNoWriMo 2019 - Fazit

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Am NaNoWriMo, der internationalen Schreibchallenge, im November 50.000 Wörter zu schreiben, will ich ja schon mitmachen, seitdem ich davon erfahren habe. Aber immer war irgendwas, weshalb ich es nicht geschafft habe - ich war im Ausland, gerade umgezogen, im Vorabi oder sonst irgendwas.
Dieses Jahr wollte ich aber das erste Mal mitmachen, unterbrach dafür meine Überarbeitung und entschied mich für ein High Fantasy-Projekt mit Assassinen-Story.

Meine Vorbereitung war quasi nicht existent. Ich hatte einen vagen Plot und eine Backgroundstory für meine Protagonistin und das war eigentlich alles. Ich hatte mir vorgenommen, zu plotten, dann kam die Frankfurter Buchmesse und das Leben im Allgemeinen dazwischen, ganz zu schweigen von der fehlenden Motivation, und am Ende hatte ich unwesentlich mehr Plot.
Erneut stellte ich fest, dass ich eher die Discovery Writerin bin. Ich sehe den Sinn von Plots vollkommen ein, aber immer, wenn ich mich hinsetze, ist mein Kopf wie leergefegt. 

Trotzdem birgt das Drauflosschreiben natürlich auch einige Gefahren und überhaupt hatte ich seit fast einem Jahr nicht mehr richtig geschrieben und hing insgesamt seit zwei Jahren in einer kleinen Schreibflaute fest. 50.000 Wörter war utopisch, aber ich wollte mal sehen, wie weit ich komme.

Am 1. November saß ich den ganzen Tag im Zug und überraschte mich selbst damit, dass ich einfach mal 5.000 Wörter schrieb. 5.000. An einem Tag. 
Meine Geschichte schien sich selbst zu entwickeln, ich hatte Spaß am Schreiben und es lief alles flüssig. Meine Angst, ich könnte nicht mehr schreiben, löste sich in Luft auf. Für meinen ersten NaNo war das der perfekte Start.

Das Problem war nur, dass ich die nächsten zehn Tage so viel um die Ohren hatte, dass ich zwischendurch ganz froh war, wenn ich denn überhaupt mal zum Schlafen kam. Das hatte ich bei meinem Entschluss, beim NaNo mitzumachen, nicht wirklich bedacht, und es fiel mir gehörig in den Rücken, weil ich an manchen Tagen schlichtweg überhaupt nicht zum Schreiben kam und an anderen nur so 200 Wörter statt der benötigten 1.667 schaffte.
Dann wurde ich krank und fand mich inmitten all des Uni-Stresses wieder, der es mir schwermachte, ausreichend Zeit zu finden. Spätestens jetzt setzte ich mir mein persönliches Ziel, wenigstens die Hälfte, sprich 25.000 Wörter, zu schaffen.

Und ich muss sagen, ab dem ersten Drittel klappte es ganz gut. Mit zwei Ausnahmen schaffte ich es, mich jeden Tag hinzusetzen und wenigstens etwas zu schreiben. Ja, im Durchschnitt lag mein täglicher Wortcount nur bei etwa 600 Wörter, aber immerhin. Schließlich hatte ich ewig nicht mehr wirklich geschrieben und der Monat war alles andere als unstressig.
Von daher bin ich allein schon deswegen enorm stolz, weil ich mich zum Schreiben motiviert habe und gelernt habe, gerade in kurzen Pausen - im Bus, in einer halben Stunde in der Bibliothek - zu schreiben. Und dabei auch über mich gelernt habe, dass ich oft produktiver bin, wenn ich nur zehn Minuten habe, als wenn ich weiß, dass der ganze Nachmittag vor mir liegt und mich dann in Prokrastination verirre.

Vor allem aber hat mir das Schreiben extrem viel Spaß gemacht. Ich habe festgestellt, dass (bisher) das Discovery Writing klappt, und habe es geliebt, meine Charaktere besser kennenzulernen, mehr über sie zu erfahren, selbst manchmal geschockt zu werden oder diabolisch zu lächeln. Mir sind Nebencharaktere ans Herz gewachsen, die einen Satz haben sollten und dann doch mehr Raum eingenommen haben.
Ich hangele mich an groben Handlungspfeilern entlang und finde es ganz spannend, zu beobachten, wie sich die Handlung dazwischen automatisch entwickelt ... so ein bisschen ist Schreiben einfach Magie. (Wobei ich mich trotzdem mal ans World Building setzen muss.)

In den letzten Tagen wurde ich zunehmend richtig gut darin, das Schreiben in meinen Alltag zu integrieren, dass ich am Ende mein selbstgestecktes Ziel von 25.000 Wörtern erreicht habe - und stolz darauf bin. Auch wenn ich all die Menschen, die wirklich 50.000 Wörter schaffen, jetzt nur umso mehr bewundere.

Schreibt ihr selbst? Habt ihr beim NaNoWriMo mitgemacht? Und wenn ja, wie lief's bei euch?

Eure Dana

6 Kommentare

  1. Huhu Dana,

    Glückwunsch, dass du zumindest 25.000 Worte erreicht hast! <3
    Ich kenne das Problem mit der Zeit ja leider auch zu gut... Aber wenn man dann erstmal Zeit gefunden hat und richtig anfängt, schafft man halt auch gut was. Ich habe im November die meiste Überarbeitung auch an nur ca. 3 Tagen geschafft, dafür dann aber auch immer so 5-6 Stunden am Stück. XD
    Ich war auch immer Discovery Schreiber, aber das fällt mir bei meinem aktuellen Projekt halt total auf die Füße. :'D Daher wird der weitere Verlauf brav geplottet (zumindest grob) und am detaillierten World Building arbeite ich auch noch, da das so langsam wichtig für den weiteren Verlauf ist... Zukünftig werde ich wohl immer erstmal plotten... (Abweichen kann man beim Schreiben ja immer noch etwas... ;))
    Eine Assassinen-Story klingt übrigens cool!

    Liebe Grüße
    Alica <3

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    1. Hallo liebe Alica,

      dankeschön! ♥
      Haha, mich hat der erste Tag auch gerettet und dann habe ich an einem der letzten Tage noch relativ viel geschafft. Wobei ich teilweise auch extrem viel prokrastiniere, wenn ich sehr viel Zeit habe. :x
      Ja, bei meinem letzten Projekt wurde das auch ein Problem, allerdings habe ich das auch sehr jung begonnen und mich extrem weiterentwickelt ... Aber so ein bisschen Plot hilft, ganz ohne grobe Handlungsplanung schreibe ich ja jetzt auch nicht. ^^

      Liebe Grüße ♥

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  2. Hey Dana,
    schön zu hören, dass du doch Erfolg hattest. Ich schreibe selbst überhaupt nicht, aber 50.000 Wörter sind eine ganze Menge und ich finde, du kannst richtig stolz auf deine Leistung sein :)

    Liebe Grüße! <3

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    1. Hallo liebe Jacquy,

      vielen Dank! ♥ Ich habe auch beim Schreiben festgestellt, wie viel 50k Wörter eigentlich sind und bewundere diejenigen, die es schaffen, jetzt umso mehr. ^^

      Liebste Grüße! ♥

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  3. Hey (again),

    weißt du noch, als du meinen NaNo-Post kommentiert hast und ich auch bei deinem vorbeischauen wollte?

    Shame on me, ey. Wirklich.

    Ich kann das mit dem Stress total verstehen. Wenn du viel um die Ohren hast, ist das wirklich fast ein unmögliches Ziel 50.000 Wörter zu schaffen. Ich versuche mir deswegen, den Monat immer so gut wie möglich freizuräumen, aber wenn dann noch so was wie eine Krankheit dazwischen kommt, geht das manchmal eben einfach nicht 🤷🏽‍♀️ ich bin dieses Jahr auch fast daran gescheitert, aber ja, meine Güte, dann ist es eben so.

    Ich finde es aber wie gesagt super, dass du trotzdem 25.000 Wörter geschafft hast, weil das ist ja immer noch unglaublich viel! Da kannst du auch wirklich stolz auf dich sein!

    Liebe Grüße
    Aileen

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    1. Hallo liebe Aileen! ♥

      Oh, kein Stress, ich komm momentan auch kaum zum Bloggen oder Vorbeischauen, deswegen habe ich vollstes Verständnis dafür, wenn es anderen genauso geht. :'D

      Ich habe auch etwas spät bemerkt, dass ich eigentlich gar keine Zeit zum Schreiben in dem Monat hatte ... oder vielmehr sehr viel anderes vor. :D Aber eigentlich eine gute Idee, vielleicht versuche ich mal, mir diesen November bewusst freizuhalten ...

      Und danke. ^^ Auf jeden Fall hat es mir auch einfach geholfen, mich zu motivieren und das Schreiben in den Alltag zu integrieren - was ich jetzt außerhalbd es Nanos zu nutzen versuche. :D

      Ganz liebe Grüße! ♥

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