Sonntag, 22. Dezember 2019

[Rezension] The Wicker King


Autorin: K. Ancrum
dt.: Wicker King (2018)
Verlag: Imprint
Seiten: ca. 310
Erscheinungsdatum: 2017
ISBN: 978-1-250-10154-9
Gebunden mit Schutzumschlag



Inhalt:

August und Jack sind seit ihrer Kindheit befreundet, obwohl sie an der High School unterschiedlichen sozialen Gruppen angehören - Jack, der reiche, beliebte Sportler, und August, der drogendealende Außenseiter. Dann beginnt Jack, Dinge zu sehen - und August beschließt, ihm beizustehen, egal, was passiert ...

Äußere Erscheinung:

Ich bin so verliebt in die Gestaltung. *o* Nicht nur, dass das Cover unheimlich cool aussieht, ich liebe es, wie in dem Buch immer wieder Playlists, Kassenzettel, Verhaftungsberichte, Fotos oder andere zur Geschichte passende Details abgedruckt werden, die dem Ganzen ein gewisses Extra geben. Und nicht zuletzt liebe ich es, dass die Seiten passend zu der Geschichte immer dunkler werden - das Ganze ist einfach nur unheimlich cool und arrrgh, ich bin verliebt! ♥
Davon abgesehen - der Titel ist definitiv auch sehr passend ...

Meine Erwartung:

Als ich wieder mit dem Bloggen angefangen habe, haben gerade alle von dem Buch geschwärmt und auch eine Freundin von mir hat mich stark dazu angehalten, dieses Buch zu lesen, sodass ich auch durchaus nicht mit niedrigen Erwartungen an diese Geschichte herangegangen bin.

Meine Meinung:

Ich wusste nicht viel, als ich dieses Buch begonnen habe, was eigentlich perfekt war, um die Handlung selbst Stück für Stück zu entdecken. Ich wusste eigentlich nur, dass es um eine toxische Beziehung geht und wurde daher mit einer Freundschaft überrascht, die auf den ersten Blick nicht direkt toxisch ist, beim näheren Hinsehen aber eindeutig problematische Züge aufweist, und durfte die Entwicklung hin zu dem Punkt verfolgen, von dem das Buch aus beginnt.
Denn am Anfang erfährt der*die Leser*in direkt, dass eine Fabrik gebrannt hat, August und Jack daran beteiligt waren und August in eine Psychiatrie kommt. Dann springt die Handlung zurück, sodass man als Leser*in quasi die ganze Zeit weiß, worauf das Ganze hinauslaufen wird - was es nicht weniger spannend macht.

Und oh, ich war ab der ersten Seite verliebt. Verliebt, weil, wie in dem Teil zur äußeren Gestaltung bereits gesagt, Dokumente, Fotos etc. die Story unterstützen. Verliebt, weil jedes Mal, wenn einer der relevanten Charaktere am Anfang auftauchte, direkt dahinter eine Playlist zu ihm*ihr kam. Die Charaktere werden dem*der Leser*in quasi durch Musik vorgestellt und das fand ich einfach nur unglaublich cool!

Und puh, ich weiß gar nicht, ob ich dem Buch mit dieser Rezension gerecht werden kann. Die Kapitel, alle aus Augusts Sicht, sind sehr kurz, oft nur zwei Seiten lang, kurze Momentaufnahmen. Was gewöhnungsbedürftig klingt, hat mich allerdings kein bisschen gestört, sondern macht gerade diesen Stil aus. Aber trotz der Zeitsprünge, die so zwischendurch zwischen den Kapiteln auftreten, fühlte ich mich nie im Lesefluss gestört - stattdessen las ich das Buch an einem Vormittag durch, hing gebannt an den Seiten und war vor allem auf eine düstere Weise verzaubert. Gerade auch wegen des Schreibstils, der durch eine absolut geniale Wortwahl besticht.

Das liegt vielleicht auch daran, dass die Beziehung so gelungen dargestellt wird, und gerade auch das toxische. Dabei ist es nicht so, wie beispielsweise bei "Dunkelgrün fast schwarz", dass einer der beiden ein manipulativer Psychopath ist, und so wird die Abhängigkeit nur unterschwellig deutlich.
Ob man Jack sympathisch findet oder nicht, ob man Augusts Handlungen nachvollziehbar findet oder nicht, bleibt am Ende jedem*r selbst überlassen, aber ich bin eindeutig der Meinung, dass dieses Buch seinen Hype verdient.

Nicht zuletzt spricht es auch Themen wie Homosexualität, Mental Health, Armut und vieles mehr an, und gerade das Nachwort der Autorin hat mich noch mal sehr berührt.
Das Buch ist zweifelsohne düster, aber nicht auf eine erdrückende Weise. Stattdessen hat man als Protagonisten Jugendliche, inklusive jugendlicher Sprache, High School Setting und jugendlicher Unternehmungen. Manchmal jagt es einem einen Schauer über den Rücken, manchmal sind Stellen fast unterhaltsam und manchmal fühlt man sich ohnmächtig. Am Ende blieb ich zurück mit dem Wissen, ein verdammt gutes Buch gelesen zu haben.

Fazit: Eine toll geschriebene Geschichte über eine toxische Beziehung zwischen zwei Jungen, die sehr gelungen dargestellt wird. Dabei werden auch Themen wie Homosexualiät und Mental Health angesprochen. Insgesamt kann ich nur sagen, dass ich mich in diesen herausragenden Stil und diese düstere und fesselnde Geschichte verliebt habe und sie definitiv empfehlen kann.



4 Kommentare

  1. Hallo Dana,
    Tolle Rezi wieder. Ich hatte von dem Buch bisher noch nichts gehört :) Jetzt bin ich allerdings neugierig und werde mir das wohl mal ansehen.
    Ich wünsche dir auch gleich ein wunderschönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr :)

    Liebe Grüße
    Sarah

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    1. Hallo Sarah!

      Vielen Dank, ich kann dir das Buch auf jeden Fall sehr empfehlen! :)

      Ich hoffe, du hattest auch schöne Weihnachten, und wünsche dir ebenfalls einen guten Rutsch ins neue Jahr!

      Liebe Grüße :)

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  2. Was für eine tolle Rezi!

    Ich muss sagen, dass ich mich vor dem Lesen auch kaum mit dem Inhalt oder den Themen beschäftigt habe und deswegen (eigentlich wie immer) ins kalte Wasser geworfen wurde 😬

    Du hast meine Gedanken dazu aber auch wirklich gut zusammengefasst und jetzt graut es mir noch ein bisschen mehr davor, wenn ich das selbst tun muss D:

    Und ich weiß genau, was du beim Nachwort der Autorin meinst 😭

    Liebe Grüße
    Aileen

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    1. Vielen Dank, liebe Aileen! ♥

      Tatsächlich mag ich das eigentlich auch sehr gerne - einfach ohne viel Vorwissen an ein Buch heranzugehen. ^^

      Oh, ich bin mir sicher, du wirst eine wundervolle Rezension schreiben! (Oder hast es schon. Ich hänge sehr hinterher mit dem Blogposts lesen ...)

      Ich glaube, das Nachwort hat mich endgültig fast zum Weinen gebracht. :'D

      Liebe Grüße ♥

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