Freitag, 27. März 2020

[Rezension] Shadow Tales - Das Licht der fünf Monde

Autorin: Isabell May
Verlag: One
Seiten: 400
Erscheinungsdatum: 27.03.2020
ISBN: 978-3-8466-0096-2
Gebunden; 17,00€


Shadow Tales-Dilogie
  • Das Licht der fünf Monde
  • Die dunkle Seite der Sonne (erscheint voraussichtlich im Dezember 2020)


Klappentext:

Die verträumte Lelani wächst in einem Dorf im Königreich Vael auf. Schon immer spürt sie eine starke Verbindung zu den fünf magischen Monden, die nachts über ihr erstrahlen. Als sich an ihrem 18. Geburtstag das Amulett öffnet, das ihre Eltern ihr hinterlassen haben, steht Lelanis Welt auf einmal Kopf. Zusammen mit ihrem besten Freund Haze macht sie sich auf die Reise, ihre wahre Bestimmung zu erfüllen - und gerät in einen Strudel aus Gefühlen, Selbstfindung und dunkler Magie ... 

Äußere Erscheinung:

Ich finde das Cover wunderschön und bin der Meinung, dass es die Stimmung der Mondmagie sehr gut einfängt.

Meine Erwartung:

Ich fand die Idee des Ganzen sehr interessant und hatte dann das Glück, bei der Leserunde in der Lesejury ein Exemplar zu erhalten - vielen Dank dafür!

Meine Meinung:

An sich fand ich das World Building hinter dem Ganzen sehr faszinierend. Es gibt fünf Monde und manche Menschen verfügen über erblich weitergegebene Mondmagie, und sind deshalb im oberen Teil der Gesellschaft vertreten, die von einer High Lady regiert wird. Mondmagie wird dann verknüpft mit Assoziationen, die man mit dem Mond haben kann, wie Gelassenheit, Klarheit und Ruhe.
Darüber hinaus führt die Autorin im Verlaufe der Handlung neben bekannten Tieren verschiedene Wesen wie Blutwölfe oder Pixies ein, die an Sagen aus unserer Welt erinnern, ebenso wie Märchenanspielungen, was ich ganz cool fand.

Die Handlung beginnt mit einem Prolog, der vor der Geschichte spielt und Spannung weckt. Dann springen wir zu Lelani, deren Amulett, das einzige, das ihr von ihren leiblichen Eltern geblieben ist, an ihrem achtzehnten Geburtstag plötzlich aufspringt. Sie entdeckt, dass sie wider Erwarten Mondmagie hat, und bricht gemeinsam mit ihrem besten Freund Haze auf, um ihre leibliche Mutter zu finden und eine Antwort auf ihre Kräfte zu erhalten. Dabei läuft ihr dann der selbstsichere, gutaussehende Adelige Kyran über den Weg ...

Sie brechen also auf, und dann passiert erst mal eine ganze Weile ... gar nichts. Als nicht nichts, sie reisen durch die Gegend, und es gibt eine Nebenhandlung, bei der ich das Verhalten eines Charakters unlogisch und nicht nachvollziehbar fand, die aber sonst auch interessante Aspekte enthält. Der eigentliche Hauptplot wird jedoch erst im letzten Drittel wieder aufgegriffen. Zwischendurch gibt es ein paar kurze Abschnitte aus der Sicht anderer Figuren, vor allem der High Lady, die Spannung generieren sollen. 
Insgesamt hatte ich mir am Anfang schnell die wesentlichen Zusammenhänge zusammengereimt, und wurde darin auch nicht weiter überrascht, da die Handlung relativ vorhersehbar verläuft. Da die Konflikte an sich Potenzial haben, hätte ich es auch nicht weiter schlimm gefunden, wenn diese Verbindungen früher gezogen und neue Aspekte aufgemacht worden wären, aber da muss sich der*die Leser*in anscheinend auf den zweiten Band gedulden.

Dadurch, dass ich also quasi das ganze Buch lang darauf gewartet habe, die Erkenntnisse zu bekommen, mit denen ich sowieso schon gerechnet hatte, kam bei mir auch nicht wirklich viel Spannung auf. Das Buch verfolgt dabei in meinen Augen teils sehr stereotypische Handlungsmuster - Lelani ist zum Beispiel die typische naive Protagonistin, wobei ich das hin und wieder ein bisschen anstrengend fand. Okay, sie ist in einem abgeschiedenen Dorf aufgewachsen, aber auch da gab es Gefahren.
Ansonsten war sie mir aber nicht direkt unsympathisch, entwickelt aber wie die meisten Charaktere in meinen Augen auch nicht wirklich Tiefe. Sie beschwert sich teilweise, dass sie mit ihrer Magie nicht umgehen kann, allerdings hatte ich auch nicht das Gefühl, dass sie es wirklich versuchen würde.

Die Freundschaft, wie sie anfangs zwischen Haze und Lelani dargestellt wurde, mochte ich da noch sehr gerne. Gerade hier, aber auch später, spielt immer ein leichter Humor mit. Und auch die Beziehung zwischen Lelani und ihrer Ziehmutter Alpha, die eine etwas eigene Sprechweise hat, ist ganz schön dargestellt.
Ansonsten mochte ich den Schreibstil sehr gerne, der leicht poetisch ist und die fremde High Fantasy-Welt teils mit wunderschönen Beschreibungen zum Leben erweckt.

Am anstrengendsten fand ich allerdings die Liebesgeschichte. Lästert Lelani anfangs noch über die arroganten Adeligen, ist sie bei Kyrans Anblick natürlich hin und weg, und das, obwohl er sich relativ herablassend ihr gegenüber verhält. Kyran ist der goldene Märchenprinz (solche Beschreibungen gibt es wirklich), der mir schlichtweg auch eine Spur zu perfekt ist - er sieht perfekt aus, er kann perfekt kämpfen und ist sich dessen natürlich absolut bewusst. Und während Haze gesunden Misstrauen entwickelt, ist Lelani natürlich voll begeistert von ihm.
Und was mich am meisten gestört hat - und das nehme ich jetzt mal vorweg, weil ich das Buch nicht gelesen hätte, wenn ich das gewusst hätte, wenn ihr ganz unvoreingenommen an das Ganze herangehen wollt, könnt ihr zum Fazit springen - es gibt ein Liebesdreieck. Ein anstrengendes. Und wie wir alle wissen, mag ich diese wirklich nicht, weil sie schlichtweg für unnötige Dramen sorgen, sodass ich stellenweise ein wenig genervt war.


Fazit: Interessantes World Building und schöne Beschreibungen, aber stereotypische und vorhersehbare Handlung, bei der der Hautplot sehr lange zum Erliegen kommt. Die Charaktere bleiben eher blass und die Liebesgeschichte habe ich als sehr anstrengend empfunden.


Vielen Dank an die Lesejury und den Verlag


Quelle Cover & Klappentext: One Verlag 

6 Kommentare

  1. Hallöchen liebe Dana,

    das World Building klingt wirklich richtig toll, sehr schade, dass der Inhalt hier nicht mithalten kann. Ich mag es auch gar nicht, wenn sich die Haupthandlung etwas verliert oder die Geschichte so vor sich herdümpelt. Auch wenn der Bezug zu den Protas fehlt, ist echt doof! Und diese nervigen Liebesdreiecke kann ich auch so gar nicht leiden, ich verstehe auch nicht, warum die permanent sein müssen. Zumal es auch nicht so realistisch ist, dass man sich so oft in zwei Menschen verliebt oder ständig mit einem Konkurrenten um jemanden buhlen möchte. Deine Kritikpunkte kann ich daher vollkommen verstehen.

    Liebe Grüße,
    Ally

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    1. Hallo liebe Ally,

      ja, ich fand's auch schade ... Es war nicht so, dass sich die Handlung gezogen hätte oder dass nichts passiert wäre, aber der eigentliche Plot kam halt lange nicht wirklich voran ...
      Haha ja, eben. :D Ich hab's mittlerweile viel zu oft gelesen und komme mit dem Trope auch leider überhaupt nicht klar. :x

      Liebe Grüße! <3

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  2. Hallo liebe Dana,
    ich muss sagen, dass ich mich auch gleich beim ersten Blick in dieses Cover verliebt habe. Aber auch deine anfänglichen Worte zum Buch haben meine Neugierde geschürt. Die Mondmagie klang dabei für mich mit am interessantesten. Auch die Assoziationen die du angesprochen hast (Gelassenheit, Klarheit und Ruhe) haben mich angesprochen.
    Deine Kritikpunkte klingen für mich sehr nachvollziehbar. Ich finde es schade, dass das vorhandene Potential nicht ausreichend genutzt wurde und der rote Faden während der Geschichte sogar verlorengegangen ist.

    Ich habe festgestellt, dass ich aktuell Geschichten benötige, die mit einer guten Portion Spannung daherkommen. Daher fürchte ich, dass dieses Buch auch momentan nichts für mich ist.

    Ich danke dir für diese ehrliche und aussagekräftige Rezension

    Ich wünsche dir ein wunderschönes Wochenende.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

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    1. Hallo liebe Tanja,

      das Cover ist echt wunderschön!
      Ich hatte auch gehofft, dass mich die Idee überzeugen könnte, schade, dass das nciht der Fall war. :/ Es war auch nicht direkt langweilig, aber der Grundplot wurde leider lange nicht vorangetrieben, dafür eben Nebenhandlungen ...

      Danke, ich hoffe, du hattest auch ein schönes Wochenende! <3

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  3. Hallo liebe Dana,
    wirst du denn die Fortsetzung lesen? Ich hoffe sehr, dass der zweite Band dann mehr zu überzeugen weiß.

    Mein Wochenende war sehr schön. Ich habe zwei Punkte von meiner To-Do-List (Garten vom Unkraut befreien und Geschenke für den Geburtstag meines Mannes einpacken) erledigen können. Außerdem habe ich so richtig schön Serien gesuchtet, ein paar Blogartikel geschrieben und gelesen. Es war ein sehr entspanntes Wochenende. Ich hoffe, dass du dein Wochenende auch so richtig schön genießen konntest <3

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

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    1. Hallo liebe Tanja,

      ich fürchte momentan, eher nicht. :x

      Das klingt nach einem richtig tollen Wochenende! *o* Meins war auch ganz entspannt, nur heute war ich extrem antriebslos. :/

      Liebe Grüße! ♥

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