Freitag, 5. Juni 2020

[Buchvorstellung] The Adventures of Sherlock Holmes

 
Autor: Arthur Conan Doyle
dt.: Die Abenteuer des Sherlock Holmes
Verlag: Penguin Books
Seiten: ca. 370
Ersterscheinungsdatum: 1892
ISBN: 978-0-241-95290-0
Taschenbuch


Sherlock Holmes-Reihe:
  • A Study in Scarlet  [Kurz-Rezension]
  • The Sign of Four  [Kurz-Vorstellung]
  • The Adventures of Sherlock Holmes
  • The Memoirs of Sherlock Holmes
  • The Hound of Baskerville
  • The Return of Sherlock Holmes
  • The Valley of Fear
  • His Last Bow
  • The Case-Book of Sherlock Holmes


Diese Vorstellung spoilert NICHT die Vorgänger, da es sich um unabhängige Fälle handelt. ^^


Dieses Büchlein enthält zwölf Kurzgeschichten, die sich um verschiedene Fälle drehen:
  • A Scandal in Bohemia
  • A Case of Identity
  • The Red Headed League
  • The Boscombe Valley Mystery
  • The Five Orange Pips
  • The Man with the Twisted Lip
  • The Blue Carbuncle
  • The Speckled Band
  • The Engineer's Thumb
  • The Noble Bachelor
  • The Beryl Coronet
  • The Cooper Beeches
Ich werde jetzt nicht zu jeder einzelnen Worte verlieren, sondern einfach ganz allgemein meinen Eindruck wiedergeben, ohne viel zum Inhalt zu sagen, da die meisten Fälle, die Sherlock Holmes hier löst, gerade davon leben, dass man sie Stück für Stück entdeckt.

Dafür, dass die Sprache doch recht altmodisch ist, lässt sich das Buch erstaunlich flüssig lesen, und gerade aufgrund der Kürze der Geschichten, die meist nur etwa dreißig Seiten umfassen, eignet sich das Buch auch super für Zwischendurch. Dazu trägt auch die zugegeben wenig anspruchsvolle Handlung bei, die eben nur aus dem Lösen der Fälle besteht, die meist so ausführlich erklärt werden, dass man sich nicht wirklich anstrengen muss, um sie zu verstehen.

Dadurch ist das Buch auch recht kurzweilig und unterhaltsam, und es macht Spaß, die Logikketten nachzuvollziehen. Wobei manche dann schon ein wenig weit hergeholt wirken oder damalige wissenschaftliche Ansichten widerspiegeln - dass ein großer Kopf hohe Intelligenz bedeutet, ist aus heutiger Sicht schlichtweg falsch. xD
Ansonsten werden hier meist von Anfang an mehr Informationen gegeben als noch bei den anderen beiden Büchern, die ich gelesen habe, in denen die entscheidenen Aspekte meist erst am Ende aufgedeckt wurden, sodass man tatsächlich ein wenig mitraten kann. Wobei man ja insofern im Vorteil ist, als dass man als Leser*in weiß, dass gegebene Informationen tendenziell von Bedeutung sind. ^^

Die Fälle sind dabei höchst unterschiedlich, und geben tendenziell immer auch einen faszinierenden Einblick in die damalige Gesellschaft. Was allerdings manchmal auch etwas unschön sein kann, gerade wenn die doch sehr rassistischen und sexistischen Ansichten durchkommen - was ich ja schon in meiner Vorstellung des zweiten Bands erwähnt hatte. Frauen werden generell als mystische Wesen der Intuition dargestellt und Sätze wie "sie war so sanft und freundlich wie eine Frau nur sein konnte" ließen mich aufseufzen.
Bei diesem doch sehr anstrengenden Frauenbild ist es allerdings beeindruckend, dass es ein, zwei Frauen gibt, die immerhin Respekt erhalten. Ach so, und wusstet ihr, dass Sherlock Holmes Imperialismus favorisiert? ^^

Die Geschichten werden nicht chronologisch erzählt, sondern stammen aus verschiedenen Jahren der Freundschaft zwischen Holmes und Watson, bei der letzterer mal verheiratet ist und woanders lebt, mal nicht. Bei der Kürze und dem Fokus auf die Fälle erfährt man recht wenig zu den Charakteren, dennoch hatte ich das Gefühl, dass man einen besseren Eindruck von ihnen erhält.
Witzig fand ich allerdings, wie Sherlock dauernd betont, wie gerne er Watson dabei hätte und was für eine tolle Unterstützung er sei, weil mir immer noch schleierhaft ist, wann Watson jemals irgendwas Sinnvolles beigetragen hätte - die meiste Zeit rennt er einfach nur mit, beschreibt passiv, was passiert, und drückt sein Erstaunen über die Fähigkeiten Sherlocks aus.
Einen Großteil der Recherche betreibt Sherlock auch, während Watson zuhause in seinem Zimmer sitzt, nur um ihm dann abends die Auflösung zu präsentieren - sodass diese weniger aus Action denn aus absätzelangen Erklärungen besteht, bei denen die Charaktere grundsätzlich bis ins kleinste Detail alles ausführen.

Fazit: Unterhaltsame und kurzweilige Geschichten für Zwischendurch, bei denen es weniger Action als vielmehr lange Erklärungen gibt und Watson tendenziell sehr passiv bleibt, bei denen aber auch Rassismen und Sexismen der Entstehungszeit durchkommen.
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