Dienstag, 7. Juli 2020

[Rezension] Seeker


Autorin: Veronica Rossi
dt.: Riders - Feuer und Asche (2018)
Verlag: Tor
Seiten: ca. 350
Erscheinungsdatum: Mai 2017
ISBN: 978-0-7653-8256-6
Gebunden mit Schutzumschlag
(Taschenbuch)


Dilogie:


TW (anklicken zum Aufklappen):

Gewalt, Depression, Tod einer nahestehenden Person [keine Gewähr auf Vollständigkeit]





! ACHTUNG - ENTHÄLT SPOILER ZUM VORGÄNGER !



Inhalt: 

Mehrere Monate sind vergangen, seitdem Sebastian mit Samrael in die andere Welt gestürzt ist. Daryn, die ihre Seherinnengabe verloren hat, will ihn retten und hat den Kontakt zu den anderen abgebrochen, um sie nicht zu gefährden. Doch Gideon, Marcus und Jode suchen mit der Unterstützung eines Forschungsteams nach ihr - und erhalten dann auch endlich eine Spur.

Äußere Erscheinung:

Das Cover finde ich unheimlich cool mit dem schwarzen Pferd, und da Daryn zu Sebastians Pferd Shadow auch eine enge Verbindung aufgebaut hat, passt es. Der Titel ist das Gegenstück zu dem des ersten Bands und beschreibt passenderweise Daryn.

Meine Erwartung:

Ich war ein bisschen enttäuscht vom ersten Band, weil ich mehr erwartet hatte - die Idee war unheimlich cool und ich mochte die Dynamik zwischen den Charakteren, aber ich hatte das Gefühl, dass das Potenzial nicht so ganz genutzt wurde. Dennoch fand ich das Buch auch nicht schlecht und wollte daher dem zweiten Band noch eine Chance geben.

Meine Meinung:

Bisschen ironisch ist es ja schon, dass ich mich gerade erst darüber gefreut habe, in diesem Jahr so viele Highlights gehabt zu haben. Denn ich muss leider sagen, dass ich diesen Teil eher sogar noch schwächer fand als den Vorgänger, was extrem schade war.

Ich hatte ein paar Schwierigkeiten, reinzukommen, was aber hauptsächlich an mir lag - und daran, dass es ein paar Monate her ist, dass ich den ersten Band gelesen habe, und ich die Infos nicht mehr parat hatte. Nachdem ich also noch mal in das Ende vom Vorgänger hineingelesen habe und die wichtigsten Sachen neu erwähnt wurden, war ich dann auch wieder im Bilde, trotzdem hatte ich das Gefühl, nicht wirklich in die Handlung zu kommen.

Die Handlung war letztendlich auch mein Hauptproblem. Wie gesagt, ich fand die Idee unheimlich cool - vier Jungen, die eigentlich sterben, aber dann als apokalyptische Reiter weiterleben? Sehr cool. Aber hatte ich erwartet, in diesem Teil mehr Antworten dazu zu erhalten, warum ausgerechnet sie zu den apokalyptischen Reitern geworden sind und zu welchem Zweck, dann lag ich falsch, denn das wird nie geklärt. Stattdessen hatte ich das Gefühl, die Jungs hätten einfach nur ein nettes Upgrade erhalten.
Wo also ist die Epik, die ich mir von der Idee erhofft habe? Man erfährt irgendwie nichts zu den Hintergründen, weder in Bezug auf ihre Kräfte noch auf die Dämonen, und das ist unheimlich schade, weil das Ganze einfach so viel Potenzial gehabt hätte, das jetzt kümmerlich im Sand verkommt. Man erfährt einfach nichts. Rein gar nichts.

Anstelle epischer Kämpfe oder zumindest irgendwelcher weltbewegender Ereignisse dümpelt die Handlung gefühlt nämlich eher herum, es passiert nicht wirklich viel und gegen Ende begann ich endgültig, das Interesse zu verlieren und schneller zu lesen.
Ich muss sagen, ich bin ein bisschen sauer, denn die Idee mit dem Herbeirufen von Pferden, Rüstung und Waffen ist so cool, Daryns Seherinnengabe klang nach so viel mehr, und all das Potenzial wird einfach in den Wind geschossen?
Hinzu kam, dass ich oft die Entscheidungen nicht nachvollziehen konnte und nicht verstanden haben, warum die Charaktere Dinge taten, die sie taten ... manchmal wirkte es einfach vollkommen random, und das hat mich erst gestört und führte dann am Ende dazu, dass mir die Handlung endgültig egal wurde.

Dabei mag ich die Charaktere und gerade auch die Freundschaft zwischen Gideon, Marcus und Jode. Ich mochte die Dialoge zwischen ihnen. Die Neckereien, aber auch das Vertrauen und das Zusammenstehen. Davon hätte ich gerne mehr gehabt, aber für meinen Geschmack hat ab irgendeinem Punkt die Liebesgeschichte zu viel Raum eingenommen, denn plötzlich ging es nur noch darum, dass die beiden sich näherkommen, die Konflikte zwischen den beiden, bla, bla, bla, und ja, ich bin kein großer Romance-Fan, und hier hat es mich zwischendurch genervt.
Nicht, weil ich die Charaktere nicht mochte oder dass die beiden zusammengekommen sind, aber weil es gefühlt nur noch darum geht und sich alle Gedanken darum drehten - Stichwort verschenktes Potenzial.

Dabei mochte ich Gideon als Protagonisten, ich mochte es, dass er nicht perfekt ist, sondern Ecken und Kanten hat und sie sich eingesteht - also vor allem seinen Jähzorn. Ich mochte seine Beziehung zu seinem Pferd und zu den anderen Reitern, ich mochte seine Art, die manchmal leicht spöttisch ist und oft für unterhaltsame Dialoge sorgte. Ich mochte sein strategisches Handeln und ihn einfach generell als Charakter.
Seine Perspektive wechselt in diesem Band mit Daryn ab, und auch wenn ich zugebe, dass ich Gideons Passage lieber mochte, war sie mir durchaus sympathisch, aber ja, wie gesagt, Liebesgeschichte und so.

Was ich allerdings ganz gut fand, war die Auseinandersetzung mit Gideons fehlender Hand und der Prothese, zumindest soweit ich das beurteilen kann - jedenfalls mochte ich es, dass er zwar sauer ist, dass Samrael ihm seine Hand genommen hat, das Fehlen dieser aber nicht als etwas angesehen wird, das ihn schlechter oder unvollständiger macht.
Weniger gelungen fand zumindest ich die Darstellung der Depression von Daryns Mutter - die Beschreibung, dass die sich wochenlang in ihrem Schlafzimmer einschließt und weint, hat etwas unnötig stereotypisches und ich fand die Auseinandersetzung insgesamt unzureichend.

Die Charaktere und die Idee hätten so viel Potenzial zu einer richtig coolen Story gehabt, das allerdings komplett verschenkt wurde, und auch wenn der Schreibstil an sich fesselnd war, habe ich die letzten Seiten fast überflogen. Was schade ist, aber die Handlung konnte mich einfach gar nicht überzeugen.

Fazit: Tolle Dynamik zwischen vielschichtigen Charakteren und eine coole Idee mit viel Potenzial, das leider komplett verschenkt wird. Die Hintergründe bleiben komplett ungeklärt und statt eines epischen Showdowns passiert nicht wirklich viel und die Handlungen der Charaktere blieben für mich oft unnachvollziehbar und willkürlich. Zudem nahm mir die Liebesgeschichte zu viel Platz ein, sodass beispielsweise die Freundschaft leider in den Hintergrund trat.

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